“Die Vision von Freifunk ist die Verbreitung freier Netzinfrastruktur, die Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Förderung lokaler Sozialstrukturen.”

Wer sind wir?

F3 Netze e.V. wurde als Infrastrukturverein aus der Freifunk Franken Community heraus gegründet. Als Privatperson bleiben einem leider viele Möglichkeiten, die beim Aufbau und Betrieb von offenen Netzwerken sehr hilfreich sind, verwehrt oder sind nur schwer zu realisieren. F3 Netze e.V. hilft in solchen Fällen als juristische Person aus, als Beispiele wären hier Dinge wie IP-Ressourcen, Traffic ausleiten oder auch Standorte für Richtfunkstrecken zu nennen. Die unbeschränkte Teilnahme und Mitgestaltung am Netz sind uns ein großes Anliegen, da hierdurch die Demokratisierung von Kommunikationsmedien gefördert wird. Jeder, der für ein freies und offenes Netz einsteht, ist willkommen.

Wer sind wir NICHT?

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dass wir als Vertreter von “Freifunk Franken” angesprochen werden. Das ist nicht der Fall! F3 Netze e.V. sieht sich als Teilnehmer bzw. Mitglied der Community Freifunk Franken. Wir möchten aus Gründen der Dezentralität nicht die Community vertreten. Ebenso sehen wir gleichartige Infrastrukturvereine nicht als Konkurrenz, sondern freuen uns, dass sie die Dezentralität vergrößern.

Was sind unsere Ziele?

Betrieb von Infrastruktur

Um die Gesellschaft zu fördern, betreiben wir (Netzwerk-)Infrastruktur. Beispielsweise werden Freifunk-Gateways und Tor-Exits zur Verfügung gestellt, dadurch unterstützen wir den freien Datenaustausch, auch ins Internet. Weiterhin betreiben wir Standorte mit Richtfunkstrecken, über die wir auch abgelegene Gebiete und Netzwerke anbinden können, wodurch mehr Menschen diese offene Kommunikationsinfrastruktur ohne Gegenleistung uneingeschränkt nutzen oder erweitern können.

Wissensvermittlung

Um die digitale Spaltung der Gesellschaft zu vermindern, halten wir Kongresse und andere Veranstaltungen ab. Wir möchten mehr Menschen dazu zu befähigen, eigene Netzwerke zu verstehen, aufzubauen, zu betreiben und mit dem Freifunk-Netzwerk zu verbinden. Neben unregelmäßigen Veranstaltungen organisieren wir regelmäßig das F3 Netze Sommercamp, auf dem viel Raum für Vorträge ist. Natürlich unterstützen wir auch andere Veranstaltungen und förden so die Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema Kommunikations- und Informationsfreiheit. Durch unsere gesammelte Erfahrung und vorhandenen Kompetenzen können wir als unabhängige und neutrale Ansprechpartner für Kommunen, Politik und andere Vereine dienen.

Förderung von Sozialstrukturen

Das Internet und Netzwerke im Allgemeinen sind heutzutage ein gesellschaftlicher Grundstein. Für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist freie Kommunikation essentiell. Da technische Vernetzung auch Koordination bedingt, werden durch offene Netze soziale Interaktionen und Integration gefördert. Wir fördern darüber hinaus die soziale Vernetzung, indem wir den lokalen Wissensaustausch in Form von Stammtischen unterstützen und bei der Gründung von neuen lokalen Strukturen helfen.

Katastrophenschutz

Uns ist es ein Anliegen, dass das Freifunk-Netzwerk möglichst auch ohne Internet-Verbindung funktionsfähig bleibt, damit das Netz im Fall einer Katastrophe weiterhin zur Verfügung steht. Ein offenes Netz wie Freifunk hilft dem Katastrophenschutz, da es leicht zugänglich und mit handelsüblichen Geräten schnell genutzt und erweitert werden kann. Im Katastrophenfall kann mittels Richtfunk die Kommunikation mit der Außenwelt aufrecht erhalten werden, da auch weite Strecken überbrückbar sind. Konkret bringt sich der Verein daher auch bei der Entwicklung von Software ein, welche einen autarken Betrieb ermöglicht.

Was tun wir?

Öffentliche IPv6 Addressblöcke für Betreiber von Freifunkknoten

Unter https://sub.f3netze.de kann öffentliches /48 IPv6-Präfix aus dem Netz von F3 Netze e.V reserviert werden. Dieses kann für Hoods (egal ob zentrale v2, oder dezentral) genutzt werden, indem es innerhalb des Freifunk-Netzes bekannt gegeben wird. Somit können Nutzer des Freifunknetzes mit öffentlichen IPv6 Adressen versorgt werden.

Autonomes System

Damit die öffentlichen Adressen auch überall erreichbar sind, müssen sie im Internet bekannt gegeben werden. Das Internet funktioniert ähnlich wie Freifunk, nur etwas kommerzieller: Verschiedene Teilnehmer vernetzen sich miteinander, weit entfernte Ziele erreicht man über Transit. F3 Netze e.V. betreibt zwei sogenannte Border-Router, die mit anderen Internetteilnehmer peeren und die Freifunk-Adressen über das Border-Gateway-Protocol (BGP) bekannt geben. Diese Router werden von der Arbeitsgruppe AS (AGAS) betrieben, Interessierte können sich auf der Mailingliste der AGAS anmelden. Verstärkung ist gern gesehen. Die Statistiken einer unserer Border Router kann man hier ansehen: ext.zbau.f3netze.de vorbei. Ein paar Bilder vom Standort gibt es im Freifunk Wiki.

Wir betreiben ein eigenes AS (Autonomes System) mit IPv4 und IPv6 Adressen. Dabei gehen wir möglichst offene Peerings mit anderen Vereinen, Freifunkern und Firmen ein. Diese sog. IP-Ressourcen können öffentlich und durch jeden im Freifunk-Netz genutzt werden. Auch der Betrieb von Tor-Knoten wird durch das unabhängige autonome System möglich, was die Förderung des demokratischen Staatswesens im digitalen Zeitalter durch die Verteidigung der Menschenrechte, besonders der Pressefreiheit, unterstützt.

Eintrag in die Ripe-Datenbank zur rechtssicheren Nutzung von angemietete IP-Resourcen

Insbesondere im Freifunk-Umfeld unterstützen wir gerne Gateway-Betreiber beim Ripe-Eintrag für ein eigenes IP-Subnetz. In diesem werden die Kontaktdaten des Betreibers hinterlegt, welcher im Fall von Störungen oder Rechtsverletztungen kontaktiert werden kann. Um ebenfalls in den Genuss des Providers-Privilegs zu kommen, ohne die eigene Unabhängigkeit ganz aufgeben zu müssen, könnt ihr euch von F3 Netze e.V. beauftragen lassen ein Gateway zu betreiben.

Betrieb von Richtfunkstrecken im BFWA-Band

Richtfunk im 5 GHz Band wird immer häufiger genutzt. Somit entstehen leicht Interferenz durch andere Antennenbetreiber, die auf den gleichen Frequenzen unterwegs sind. Deswegen bieten wir euch an, eure Standorte in unserem Namen zu betreiben. Der Vorteil: Ihr könnt in das nicht so stark frequentierte BFWA-Band wechseln, welches sich knapp über dem 5 GHz WLAN-Band befindet. Mehr Sendeleitung, weniger Störungen durch Nachbarn und das ganze legal, sowie kostenlos. Weitere Infos, sowie den Antrag, findet man bei den Downloads.

Überlassungsverträge für Richtfunkstandorte

Teils hapert es bei neuen Projekten am Mangel rechtlicher Sicherheiten der beteiligten Seiten. Ein Standortüberlassungsvertrag kann in dieser Situation oft helfen. Für eine Privatperson ist dies aber oft ein schwieriges Unterfangen. F3 Netze e.V. bietet hier als juristische Person die Möglichkeit der rechtliche Ansprechpartner zu sein. Nicht zuletzt hilft auch unsere Haftpflichtversicherung bei solchen Aufbauten, falls mal etwas passieren sollte.

Da jeder Standort einzigartig ist, meldet euch bei Bedarf einfach beim Vorstand und wir besprechen deinen Fall individuell.

Webseiten für Freifunk Communities

Du möchtest im Rahmen von Freifunk eine Webseite betreiben, hast aber Bauchschmerzen mit dem Impressum? F3 Netze e.V. kann als rechtliche Person helfen eine Webseite offiziell zu betreiben. Ein prominentes Beispiel hierfür ist das Wiki von Freifunk-Franken.

Bereitstellung verschiedener Dienste

Wir bieten bereits einige Dienste an:

  • pad.f3netze.de Ein öffentliches Etherpad, auf dem jeder willkommen ist mit anderen gemeinsam und zeitgleich Texte zu erstellen und zu bearbeiten.
  • poll.f3netze.de Ein öffentliches Bitpoll, auf dem ohne Anmeldung Umfragen und Terminfindungen erstellt werden können.
  • mumble.f3netze.de Ein öffentlicher Mumble Server.

Du meinst es fehlt noch etwas? Melde dich einfach mal unter vorstand@lists.f3netze.de.

Betrieb von Tor-Exit-Nodes

Tor ist ein Anonymisierungs-Netzwerk, das weltweit Menschenrechtsaktivisten hilft, sich vor Repressalien in autoritären Staaten zu schützen, Reportern sowie Forschern hilft unerkannt Recherchearbeit zu tätigen oder schlichtweg “normalen” Benutzen hilft sich vor der Werbeindustrie zu verbergen. Zusätzlich ist es auch Zensurresistent, wodurch in einigen Regionen der Erde eine freie Kommunikation erst möglich wird. Wir unterstützen die freie, dezentrale Kommuninkation im Internet. Aber gerade für Privatpersonen kann es problematisch werden, Exit-Server bereitzustellen. Deshalb betreiben wir als Verein mit Providerstatus derzeit mehrere Tor-Exit-Server, welche über unseren 10 GBit/s Internetzugang angebunden sind. Ein weiterer Server stellt Kapazitäten für die benötigten DNS Anfragen bereit.

F3 Netze e.V. ist somit einer der größten Tor Exit Provider weltweit: [1], [2].